In dieser Niederlage spiegelt sich die Saison wider

Donnerstag, 16. Februar 2012

2012-02-16-wsv-vlp
Die Broncos mussten sich gegen Valpellice im vierten Spiel der Relegation Round zum vierten Mal in Folge geschlagen geben und können dem Playoff-Zug wohl nur mehr wehmütig hinterher winken und wehmütig den vergebenen Torchancen nachtrauern. Man könnte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Wildpferde wieder einmal besser gespielt haben als der starke Gegner, der übrigens fünf Importspieler mehr aufbot als die Broncos, dass das Glück wieder einmal nicht auf der Seite der Hausherren war und dass auch die Schiedsrichter alles daran setzten, die Bilanz der Strafminuten möglichst ausgeglichen zu gestalten und dabei übersahen, dass viele Fouls schlicht und einfach inexistent waren, aber unter dem Strich bleibt eine Tatsache: mit nur einem Tor ist im Eishockey zumeist kein Blumentopf zu gewinnen.

Obwohl die Broncos erneut einen Traumstart mit drei vergebenen Großchancen hinlegten und die Gäste förmlich an die Wand spielten, ging erneut der Gegner in Führung. Ladislav Benysek stand nach einem Bully in einer 3-gegen-3-Situation völlig frei vor dem Tor und verwandelte zum 0:1. Die Hausherren konnten während fast zwei Minuten doppelter Überzahl fünf Minuten vor Schluss kein Kapital schlagen, wobei wieder zwei exzellente Möglichkeiten vergeben wurden. Die Wipptaler behielten aber die Zügel fest in der Hand, während die Gäste keine Chance zu haben schienen.

Das zweite Drittel begann etwas verhaltener und es dauerte fast vier Minuten, bis der erste Torschuss zu verzeichnen war, doch erneut entwickelte sich eine Großchance für die Broncos. Nach zwölf Minuten war es schließlich so weit: Fabian Hackhofer feuerte in Überzahl von der blauen Linie einen verdeckten Schlenzer auf das Tor von Valiquette, den dieser erst im letzten Moment sah, Simon Baur holte den Puck aus der Ecke und bediente Markus Gander ideal, der volley abzog und zum längst überfälligen Ausgleich traf. Die Hausherren steckten nicht auf, und obwohl die Gäste zweieinhalb Minuten vor Drittelende den Außenpfosten trafen, waren weiterhin die Broncos die spielbestimmende Mannschaft.

Im letzten Spielabschnitt kamen die Hausherren allerdings zu verhalten aus der Kabine und schienen Angst davor zu haben, den entscheidenden Fehler zu machen. Die einzige nennenswerte Chance in den gesamten zwanzig Minuten war ein satter Pfostenschuss von Dirk Southern, der das Spiel entscheiden hätte können. Das schwache Schiedsrichterduo Moschen - Pichler dekretierte Mitte des Drittels die dritte doppelte Unterzahlsituation des Spiels, und als die Gäste wegen einer weiteren angezeigten, nicht existenten Strafe gegen Brian Lee einen sechsten Feldspieler gegen drei Broncos auf das Eis schickten, konnte Lou Dickenson zum Siegtreffer eindrücken. Dies brach den Broncos das Genick und sie waren zu keiner wirklichen Reaktion mehr fähig. Für die Chronik wurde den Gästen in derselben doppelten Überzahl ein Tor nach Videobeweis aberkannt.

So bleibt einmal mehr nur die Gewissheit, dass dieses Team das Zeug hat, in der Serie A ein Wörtchen mitzureden, aber dass für einen Platz im Mittelfeld die Erfahrung und wohl auch noch etwas an Qualität fehlt.

Foto: Oskar Brunner
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