Alps Hockey League
Playoff Quarter Finals - Game 1
Weihenstephan Arena
05.03.2024 | 20:00
team-broncos-wipptal
Broncos Weihenstephan
W 5:4 OT
team-zellamsee
EK Zeller Eisbären

Mit viel Herz Geschichte geschrieben

Dienstag, 5. März 2024

2024-03-05-wsv-ekz
Nach Concis Siegtreffer in der Overtime gab es in der Weihenstephan Arena kein Halten mehr
Aller guten Dinge sind 13: Nach 12 sieglosen Viertelfinalspielen in Folge war es gestern endlich so weit. Die Wildpferde feierten ihren ersten Playoff-Sieg in der Alps Hockey League. Zum Auftakt der Viertelfinalserie gegen die Zeller Eisbären holten die Broncos in den letzten vier Spielminuten dank einer echten Charakterleistung einen Zwei-Tore-Rückstand auf und erzielten in der Overtime den Siegtreffer.

Nach den Viertelfinalniederlagen gegen Jesenice, Ljubljana, Asiago und erneut gegen Jesenice begannen die Wipptaler zum ersten Mal eine Serie mit einem Heimspiel, und das mit einem Knall: Nach nur 30 Sekunden fälschte Livingston den Puck aus der Luft unhaltbar zur Führung der Hausherren ab. Die Freude hielt allerdings ganze 16 Sekunden, bevor die Wildpferde an der offensiven blauen Linie eine Scheibe verloren, die Gäste blitzschnell umschalteten und Putnik den 2-gegen-1-Konter veredelte. Nach fünf Spielminuten wiederholte sich die gleiche Szene an der gegnerischen Blauen, und wieder ging es ganz schnell. Hartl täuschte im 3-gegen-2 einen Pass an und vernarrte mit dem Abschluss Jakob Rabanser.

Die Gäste, bei denen die vier Nachverpflichtungen aus der ICE Hockey League eine echte Verstärkung waren, allen voran Routinier Hartl, schalteten zumeist einen Tick schneller als die Broncos, die immer wieder einen Schritt zu spät dran waren. Nicht so in der siebten Minute, als Capannelli alleine auf Eisbären-Goalie Zimmermann zustürmte, den Abschluss aber über die Querlatte schoss.

Das Mitteldrittel begann mit einem Powerplay für die Gäste, die nur 35 Sekunden benötigten, um auf 3:1 davonzuziehen. Vienna-Capitals-Stürmer Hartl hatte vor dem Tor zu viel Platz und hatte nach einem Abfälscher viel Zeit, seinen eigenen Rebound über Rabansers Schoner in die Maschen zu heben. Die Broncos nutzten die ab diesem Zeitpunkt ziemlich defensive Einstellung der Gäste für einen Sturmlauf, blieben aber oft in der engmaschigen Fünfer-Verteidigung im Slot hängen. Dennoch ergaben sich immer wieder sehr gute Möglichkeiten nach Rebounds, so für Capannelli und Eisendle in der 24. und in der 25. Minute, doch an Zimmermann gab es kein Vorbeikommen. Der Gästegoalie schoss mit einer Monsterparade gegen Zecchetto in der 28. Minute den Vogel vollends ab, und danach gelang es den Broncos nicht mehr, wirklich gefährliche Abschluss auf das Tor zu bringen.

Nach knapp zwei Minuten im Schlussdrittel keimte noch einmal Hoffnung auf, als ein Querpass von Eisendle zum 2:3 in das Tor abgelenkt wurde, doch nur 1:15 Minuten später folgte eine weitere kalte Dusche: Nach einem Scheibenverlust der Broncos in der neutralen Zone durchschnitt Jacob Pfeffer die Abwehrreihen wie Butter und mit einem sehenswerten Abschluss stellte der Verteidiger der Graz 99ers den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Die Wildpferde belagerten das Gästetor, doch gegen die eng gestaffelte Abwehr der Zeller schien es kein Durchkommen mehr zu geben. 4:06 Minuten vor Schluss gruben allerdings Gschliesser und Conci eine Scheibe an der Bande aus, Conci sah Sanvido vor dem Tor, der die Scheibe unter frenetischem Jubel der Weihenstephan Arena direkt zum 3:4 in die Maschen setzte. Das gab den Broncos sichtlich Auftrieb, 1:15 Minuten später fand ein missglückter Schuss von Topatigh den Weg in das Tor, und es ist Ausgleich!

Die Weihenstephan Arena stand nun Kopf, und als Pfeffer nach nur 19 Sekunden in der Overtime in die Kühlbox musste, schien die Zeit für den Siegtreffer im Powerplay reif. Die Überzahl verstrich aber ohne einen Torschuss, und zu allem Überfluss musste Hackhofer 17 Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen Pfeffer selbst auf die Strafbank. Den blauweißen Fans schwante Übles, doch es kam ganz anders: Conci erzwang in Unterzahl an der eigenen blauen Linie einen Turnover, stürmte mit Cianfrone 2 gegen 1 auf Zimmermann, machte alles selber und schob die Scheibe durch die Schoner des Gästegoalies zum umjubelten Siegtreffer in die Maschen.

Dank dieser unglaublichen Aufholjagd haben die Broncos nun das „Momentum“ auf ihrer Seite. Das müssen sie nun in den Pinzgau mitnehmen und am Donnerstag versuchen, in Spiel 2 in der KeKelit-Arena in Zell am See gleich nachzulegen.
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